Eiscreme

tumblr_mldnoxFdd51s885h8o1_500“Du bist aber flink!”
Sofort weiß sie, worauf ihr Vater hinaus möchte.
“900ml Eiscreme…” Er kommt aus der Küche, schnell schließt sie diverse Internetfenster, packt ihr Handy und geht wortlos in ihr Zimmer.
Ihr Vater hinterher.
Er bleibt im Türrahmen stehen, sieht den Rücken seiner Tochter, welche mit gebeugtem Kopf auf ihre Finger starrt, die verwirrt auf dem Handy rumtippen, als seien sie beschäftigt.
“Warum redest du nicht mit mir?”
“Was soll ich schon sagen?”
In ihrem Zimmer ist es still, in ihrem Kopf schreien ihre Gedanken, die Tränen klopfen an der Pforte.
Dann fragt ihr Vater, während er sich im Zimmer umsieht: “…seit wann hast du eine Waage?”
“Seit zwei Monaten”, sagt ihr Gewichtstagebuch,
“Seit ‘ner Weile”, sagt sie.
Einige Momente ist es wieder still, dann geht ihr Vater aus dem Zimmer und schließt zum ersten Mal die Tür hinter sich.
“Ahnt er etwas?”, fragt sie sich. Vielleicht hat er ihr Essenstagebuch gefunden? Oder schlimmeres?
Vielleicht ist ihm das selber aber auch scheißegal. Seine Tochter isst wie ein Schwein, das ist keine Essstörung, das ist Völlerei. Seine Tochter hat keine Kontrolle, keine Disziplin. Und überhaupt ist sie zu dick und isst zu viel um eine Essstörung zu haben. Denn sowas haben nur dünne, dürre Mädchen. Essstörungen sind ja sowieso nur Magersucht und Bulimie, Ana und Mia, hungern und fressen und brechen. Und brechen hat der Vater seine Tochter auch noch nie gehört und sie isst auch (viel), eben alleine diese 900ml Eiscreme (und 8 Kekse und 2 Haselnussschnitten und 13 Pelmeni und 1 Hähnchenschnitzelbrötchen mit einem Klecks Remoulade)! Nie und nimmer hat seine kleine, dicke, undisziplinierte Tochter eine Essstörung. Hirnrissiger Unfug.

Und während sie daran denkt, jetzt zum ersten Mal ihren Finger erfolgreich ich den Hals zu stecken, weil es so verführerisch ist, weint sie. Erstickt ihre Tränen im Kissen, damit es ihr Vater nicht hört.
Eben noch bebte und hüpfte ihr erquicktes Herz bei der Vorstellung, wie es mit ihrem Herzensmenschen weitergehen sollte, jetzt fällt ihr wieder ihr eigenes Versprechen ein. Erst wenn du 9,5kg abgenommen hast, niemand möchte ein dickes Mädchen an seiner Seite. Ein Mädchen, dessen Beine dicker als die eigenen sind. Ein Mädchen, welches mehr wiegt als man selbst.
Und dann denkt sie wieder daran, wie ihr Schwesterherz vor kurzem sagte, dass ihre kleine Schwester Ewigkeiten bräuchte, um annähernd magersüchtig zu werden und dabei höhnisch lachte.
Während weitere Szenarien ihres bisherigen Lebens, in welchem ihr nie beigebracht wurde ihren eigenen Körper zu lieben, gar zu akzeptieren, ihr stets immer nur Selbsthass gelehrt wurde, auf sie einprasseln, die sie letztlich in diese Misere getrieben haben, zieht sie sich ihre Sportschuhe an und beschließt nichts mehr zu essen.

Ich werde noch dünn werden.
Versprochen, Schwester. Versprochen, Papa. Versprochen Person A.
Versprochen, Körper.

25. März 2009

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Aus dem Tagebuch eines 13 Jahre jungen Mädchens.

Hallöle! :D
Okay, vergessen wir die Gliederung grad :o
Heute war Abisturm
Krawall & Abidemmi! xO
war geil xD
In unserer Klasse war mehr Party als bei den Abidemmis xO
Karten gespielt. Whuha xD
So Folter halt :o
O.♂ ist ‘ne geile Sau ^-^
er meint, dass ich halb Mann bin und zarte Hände hab xD
Herr K. hat mir ‘n Brief geschrieben^^
Z.♂ sieht süß aus ô.o

Stand 25.03.09//10.38 P.M.
* B.♀ B hat Gebbi! :D
* ich penn’ morgen bei Q.♀ xO
* Schwester 4 nervt nur noch ein bisschen…
* [Internettyp ohne Deckname] -> seit 2 Tagen nicht geredet!
* Mit Schwester 4 Wörter ausgetauscht
* P.♂ abgeschrieben ô.o
* Beste Freundin 2 mag Luftbahn & hat wieder Deichkind gehört -> Krawall & Abi/Remmidemmi
* Herr W. ist EINDEUTIG schwul xO

Aktuelles Lied: -
Aktuelles Motto: Heut’ war geil xO

Tö! ♥ :)

Jahrestag

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Wir schreiben den 11. März 2013. Heute, vor einem Jahr habe ich den Blog eröffnet und direkt den ersten Text geschrieben. 366 Tage. Okay, nicht ganz, ich erinnere mich, dass ich den Blog spätabends erstellt habe. Aber wir wollen ja nicht kleinkariert sein.

366 Tage voller Texte mit traurigen Inhalten, Körperkomplexen, Briefen, alten Tagebucheinträgen, Erinnerungen, Trennungen, schmerzenden Worten, Selbsthass, Meckereien, Geschichten, Märchen, Sehnsüchten, noch mehr Sehnsüchten, noch mehr Märchen, noch mehr Erinnerungen, Aufgebereien, ausgearteten Drehbüchern mit tollen Menschen.

Und ich werde euch nicht enttäuschen: Es wird nicht besser werden. Ich werde euch weiterhin mit alten Tagebucheinträgen nerven, bloß, dass diese immer trauriger werden. Ich werde euch weiterhin Briefe lesen lassen, die ich den Empfängern wohl niemals zeigen werde. Ich werde weiterhin Körperkomplexe haben und in schlechten Zeiten darüber schreiben, auch wenn ich versuchen werde, meine Klappe zu halten. Ich werde euch weiterhin konfuse Geschichten aus meinem Kopf aufdrücken. Ich werde euch weiterhin traurige Texte lesen lassen. Ich werde euch weiterhin an meinem Leben, an meinen Gefühlen teilhaben lassen, warum, weiß ich bis heute nicht. Und ich werde weiterhin fest daran glauben, dass ich irgendwann einen Film mit Formspringern in sämtlichen Rollen drehen werde.
Ich freu mich schon.

Narr

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Aus einem Text an die besten Freundinnen, einen Monat nach einem magischen Spaziergang.

02. Mai 2011
Ich bin jemand ohne jegliche Talente, außer das Leute wegen mir Lachen. Ich bin ziemlich naiv, lass mich von meinen Gefühlen lenken, denke in bestimmten Situationen nicht nach, in Situationen der Isolation viel zu viel. Ich weiß nicht was das ganze soll & versteht die Welt ab & zu nicht mehr.
Ich bin ein Narr.
(Mit Narrenmütze. (!:’D))
Könnte ich mir heute einen neuen Namen ausdenken, wäre dieser Idiot. Weil meine durchweg positive und optimistische Namensbedeutung passt derzeit einfach nicht.
(…)
Der Grund für meinen “Zustand” (ihr habt’s euch doch schon gedacht!):
Person A.
Ja, ich weiß, ich hab gesagt, ich bin nicht in ihn verliebt. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Ich weiß es, verdammt noch einmal, nicht.
Ich hab’ die ein oder andere Theorie zu meinem “Zustand”
1. Ich hab’ ernsthaftiges Interesse an Person A.
2. Oder nicht. [Ha! reingelegt. Es war so offensichtlich, dass dieser Satz kommen würde, da fand' ich es mit meiner Narrenkomik doch tatsächlich witzig]
2. Ich bilde mir nur ein in Person A. verliebt zu sein, WEIL ihr es mir eingeredet habt. Ok, ‘tschuldige für erneute Narrenkomik. Ihr habt es mir nicht eingeredet, ihr habt es nur früher bemerkt.
Ok, back to topic:
…WEIL er mir… Zuneigung(?) gezeigt hat?! Weil ich bin so ein gestörter Mensch, wenn mir jemand Zuneigung zeigt (zB INTERNETTYP OHNE DECKNAMEN :D – O.♂ -.-) denk ich mir nach ‘ner ungewissen Zeit: “Hm. Er mag mich. Ich mag ihn. Eventuell ist er in mich verliebt. Dann bin ich wohl auch (eventuell) in ihn verliebt ♥” (…) & sobald obiger Gedanke aufgekommen ist, stell ich mir vor, wie es wohl wäre, mit demjenigen zusammen zu sein, etc. pp. & dann will ich es auch. & dann kommt die Sehnsucht, wenn man es so nennen kann/will. Halt, dann will ich nun mit dem zusammen sein. Aber ist das Verliebtsein? Oder ist das eher: “Oh, er hat grad durch seine Zuneigung ein Stückchen Selbstzweifel weggefegt, dafür liebe ich ihn.”? & beides ist möglich. Beispiele:
Positivbeispiel: Internettyp ohne Decknamen (auch wenn ich’s ungern zugebe, ich war wohl verliebt. :o )
Negativbeispiel: O.♂ (äh… NEIN? Ich bitte euch! xD nein!)
Aber wie ist das jetzt mit Person A.? :o Ich muss zugeben, dass ich mir schon vorher öfters vorgestellt hab’, wie es wohl wär, wären wir zusammen. Aber das war in ‘ner Phase, wo ich mir überlegt hab’ wie es wohl wär mit Person X zusammen zu sein.
Aber mit Person A. hat’s… gepasst?
Andererseits würd’s mir wohl nicht viel anhaben, wenn wir weiter nur “gute Freunde” bleiben. Nur dann will ich es wissen & der soll mich nicht so in der Luft hängen lassen. Weil ich hasse Unklarheit. Mit klaren Strukturen kann ich besser leben :D
Irgendwie bin ich ja beim Verliebtsein flexibel :o scheiß Hoffnung :’D
btw habt ihr diese Tiefgründigkeit bemerkt? Ihr könnt nun euch selbst auf die Schulter klopfen, weil ich es HASSE über Gefühle zu reden, & ich hab’s grad getan – wuh :D
Schon 3 Uhr – wtf! Wie die Zeit vergeht…
Theorien über Person A.s “Zustand”
1. Er hat Interesse an mir
2. Er wollte einfach nur wissen wie Mädchen “ticken” (-> langes & offenes Gerede beim “Spaziergang”) und… wollte seine “Chancen” bei mir/Mädchen allg. austesten…? -> möchte einfach nur gute Freundschaft :o
Ach man. Alles blöd v.v
Warum kann nicht einfach Klarheit herrschen? :o
Ich würd’ ja egtl eher zu 2. tendieren, allerdings:
- das Händchenhalten – hallo? :o Oder das war ebenfalls Chancenausrechnung v.v
- Beim Bowlen: Beste Freundin 1 meinte iwie zu Ma.♂, ob er denn nicht auch fände, Person A. & ich – das würd passen. Ma.♂ meinte ja.
Ok. Äh? Ma.♂ ist (mind.) ein guter Kumpel von Person A. & Ma.♂ würde sowas sonst nicht behaupten? v.v
- Person A. meinte am Freitag in icq
“Wir müssen nochmal spazieren gehen”
“Wenn du mal bei mir bist, oder ich bei dir, gehen wir spazieren”
Äh, ja :o
*nicht weiß, was man von all das halten soll*
Ich bin so 20 Minuten in icq on, er auch, & ich werde ihn nicht anschreiben! Ich hab schließlich noch den Stolz & die Angst davor, zu klettrig zu sein. Wenn, soll er schreiben. Kann er ruhig auch mal machen :o
*Alles total bescheuert find*
Ich hasse es “verliebt” zu sein -.- 7 bzw 6 Seiten zu Person A. – WTF!
Ist euch aufgefallen, dass wir alle am Haken (nicht HARKEN, meine Freunde :D) hängen?
Ok, Themenwechsel:
Mein Zombiefilm :)
[Ok, Person A. hat geschrieben! (...)
Person A.s Begrüßung in icq war iwie... herzlich? erfreut? :o *selig lächel* :)]
(…)
Ich liebe euch *o* ♥ :)

24. März 2009

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Aus dem Tagebuch eines 13 Jahre jungen Mädchens.

Okay :)
Dies wird mein Buch, wo ich immer die letzten Stände der vergangenen Tage hinschreibe. Einzeln gegliedert & alles xO

Stand 24.03.09//10.04 P.M.
* Beste Freundin 1 hat Geburtstag! :D
* …sowie Mo.♀, La.♀ & Kr.♂ :o
* Beste Freundin 2 war heute bei mir! :D
* war geil xO
* Alte selbstgeschriebene Geschichten wieder gelesen ô.o
* Schwester 4 nervt
* Schwester 4 ist zu temperamentvoll -.-’
* Mit [Internettyp ohne Deckname] teils alles geklärt
* Wollt’ schreien
* Hab’ nicht, aber war schon besser.
* Aber war trotzdem alles Scheiße ._.
* werd mit [Internettyp ohne Deckname] wahrscheinlich Morgen reden.
* so richtig halt.
* süßester GB-Eintrag seit langem von bester Freundin 1 *-*
* habe mir vorgenommen, nicht mehr ein Wort mit Schwester 4 zu wechseln.
* P.♂ nervt xD <3
* Beste Freundin 2 hat Deichkind gehört! xO
* M.♀ + Kl.♂ sind süß :D

Aktuelles Lied: Deichkind # Hoverkraft
Aktuelles “Motto”:
Ich will schrei’n!
Danke.
Besser.
Immer noch der selbe Scheiß.
aber Besser.

Stufensteigen

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“Hey, guck mal, was wir entworfen haben! Die 6 Stufen der Liebeleien!
Stufe 1 – Händchen halten
Stufe 2 – flüchtiger Kuss
Stufe 3 – Knutschen
Stufe 4 – Zungenkuss
Stufe 5 – Fummelm
Stufe 6 – Koitus
Mögen dies unsere Richtlinien sein!”

April 2011
Und dann hielt man plötzlich Händchen. Mit einem guten Freund. Man ging durch die Nacht spazieren, offenbarte sich Geheimnisse, plante die gemeinsame Zukunft. Hielt Händchen. Mehr nicht, nur Händchen halten. Dieser Abend ging als magischer Abend in die Geschichte ihr Herz ein. Sie verliebten sich. Doch es wurde niemals mehr als das Halten der Hände.

August 2010
Man war jung, man war auf Klassenfahrt, man kicherte, weil man Flaschendrehen spielte. “Ich nimm Wahl!” – “Also entweder küsst du für drei Sekunden Mädchen 1 oder Mädchen 2 oder Mädchen 3!” Mädchen 2 und Mädchen 3 waren beste Kicherkicherfreundinnen, Mädchen 1 war unbeliebt. Der Junge entschied sich für Mädchen 2 – diese wollte nicht. “Nichts gegen dich, wirklich nicht! Aber ich mag einfach nicht!” Sie wollte ihr erstes Küsschen nicht so unromantisch bekommen. Aber sie wurde gedrängt, Mädchen 3 wurde eben doch auch schon kussentjungfert – mit einem deutlich schlimmeren Übeljungen. Mädchen 2′s Junge war nett, man verstand sich, er sah nicht schlecht aus. Mädchen 2 überwand sich also und wurde auch kussentjungfert.
Heute sind die beiden unzertrennlich. Unzertrennlich gute Kumpanen. Nie war jemand an mehr interessiert. Die beiden feiern das.

Februar 2012
“Oh Gott, ich hab wirklich den ersten Kuss verkackt!” – “Ach, ist doch nicht so schlimm. Wir können es ja jetzt nochmal ausprobieren!” – “Ah, nein! Ich brauche erst Alkohol, um zu vergessen, dass ich den ersten Kuss verhauen hab! Oh Gott, ist mir das peinlich! Aber weißt du, was ich kann? Händchen halten!”, sagte sie und schnappte sich die Hand ihres Beinahe-Freundes. Vier Tage später war Karneval und so war auch der Alkohol da. Sie knutschten. Sie mochte das Knutschen. Das war ihre Lieblingsbeschäftigung in den nächsten knappt zwei Monaten. Mehr aber auch nicht.

Oktober 2012
“Hey, komm mal mit! Ich stell dir Drummer vor! Also: Drummer – Jana Eva. Jana Eva – Drummer!” Die beiden stoßten mit ihren Bierflaschen an. Sie unterhielten sich. Drummer war unfassbar cool. Und wohnte unfassbar weit weg. Trotzdem setzten die beiden sich ans Lagerfeuer, tranken miteinander, er suchte sie auf Facebook und sagte: “Ich mag deine Fotos nicht.” – “Hö, warum?” – “Du siehst auf denen viel zu süß aus.” – “Du spinnst doch”, lachte sie. “Naja, als Entschuldigung könnte ich meine Lippen auf deine drücken!” – “Nein”, kicherte sie.
Und dennoch fand sie irgendwann seine Zunge in ihrem Mund wieder. Sie weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam. Sie weiß nur noch, dass ihr beim Zungenknutschen unfassbar schlecht wurde und sie immer an eine Waschmaschine denken musste. Trotzdem beantwortete sie seine Frage “Wollen wir nicht hinter die Hütte gehen?” nach einiger Zeit mit: “Warte, ich trink mal Wasser um weniger nüchtern zu werden und dann gehen wir!” Sie trank Wasser und noch mehr Wasser, wurde klarer im Kopf und dennoch bereit hinter die Hütte zu gehen. Dann kotzte Drummer. Und kotzte immer mehr. Und sie ging schlafen.

Januar 2013
Oh, sie ist betrunken. Oh, da ist ein hübscher Typ in der Küche. Oh, sie reden. Oh, sie knutschen. Oh, er befummelt sie. Oh, sie findet das nicht schlecht. Oh, er schließt die Tür ab. Oh, sie knutschen und fummeln immer weiter. Oh, Licht aus. Oh, Penis. Oh, Hand. Oh, hören wir jetzt mal auf.
Oh, er wohnt also 347km weit weg. Oh, schade. Oh, bevor ich es vergesse: Wir erzählen aber keinem, was wir gemacht haben, oder? – Oh, Natürlich nicht!
Oh, er hat rumerzählt, dass sie ihm einen geblasen hat. Naja, wahrscheinlich ist sein Ego genauso klein wie sein Penis.

Über diese fünf Geschichten dachte sie nach, als eine ihrer Freundinnen sagte:
“Ich verstehe einfach nicht, warum man all diese Stufen nicht mit ein und demselben Typen macht. Das will einfach nicht in meinen Kopf rein.”
Sie wusste nicht, was sie antworten sollte. Sie hätte auch nicht gedacht, dass es so sein würde. Ihr war es auch gar nicht bewusst. Bis jetzt. Zwar war die letzte Stufe noch nicht vollführt, dennoch würde es sicherlich keiner der bisherigen fünf Stufenkünstler werden. Das kleine Mädchen in ihr weinte. So hätte es vielleicht wohl am besten eventuell nicht kommen sollen. Andernseits war es ihr egal. So ist das Leben, denkt sie sich und weiß nicht, wie sie sich fühlen soll.

Und das kleine Mädchen in ihr hofft einfach in den Arm genommen zu werden.

Hoffnungsblume

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Es gibt im Inneren des Menschen Blumen. Kleine Blumen, große Blumen, viele Blumen, wenige Blumen. Man nennt sie Hoffnungsblumen, weil sie durch Hoffnung wachsen. Sie gelten jeweils einem einzigen Menschen.
Meine Blume galt dir.

Sie blühte wie im schönsten Frühling, sie lag wie tot auf dem Boden. Sie war wunderschön, sie war verdorrt. Sie hat viel mitgemacht. Sie lebte, sie starb. Immer wieder machte sie das Wechselbad der Gefühle mit. Zuletzt blühte sie wieder. Sie war nicht wunderschön, vielleicht ein wenig niedlich. Aber sie blühte.

Ich kam zu dir mit meinem Herzen in der Hand. Bereit, es dir zu verschenken. Doch du hast nicht reagiert. Du hast mich nicht beachtet. Ich dachte zuerst, du würdest mein Herz in meiner Hand, bereitwillig es dir zu schenken, nicht sehen. Aber es war schlimmer. Du hast das Herz gesehen. Und mich wissentlich ignoriert. Mir den Rücken zugewandt.
Als mir das bewusst wurde, stand ich da, dein Rücken vor meinen Augen, und mein Herz glitt aus meiner Hand. Es war verwundet.

Die Blume ist wieder verdorrt. Und weil das so bleiben soll, reiße ich sie raus und trete auf sie. Verhasste Blume. Idiotenblume. Sie hätte niemals leben sollen.

Jetzt versuche ich mein Herz wieder notdürftig zu flicken. Es sollte nicht schwer sein, ich machte es schon ein paar Male.
Und während ich mein Herz flicke, hoffe ich, dass in mir drin irgendwann ein Hoffnungskaktus wächst. Die sind so gut wie unzerstörbar.
Das Ding ist nämlich: Ich habe keinen grünen Daumen.

05. September 2007

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Aus dem Tagebuch eines 12 Jahre jungen Mädchens.

Liebes Tagebuch,

heute ist auch wieder die Abschlussparty nicht dran. Life must go on! ;D Heute war KSV (Klassensprecherversammlung) Ich hab mich nach vorne gesetzt (manche bzw. viele mussten stehen ;) ) und I.♂ (inzwischen musst du bemerkt haben, das ich in den verknallt bin *-*) saß halt neben mir, wir beide sind ja auch Klassensprecher… Ich hatte trotzdem so ein Kribbeln im Bauch… Dann kam L.♂ -.- , er stand halt neben mir… so dass es schon beinahe vorkam, als sei er mein Freund, I.♂ hatte, wie es scheint, es auch gedacht, ich konnte nämlich aus dem Augenwinkel sehen, wie er mich und L.♂ abwechselnd ansah… Ich war natürlich total abweisend zu L.♂… Grad ist mir eingefallen, dass I.♂ mich Jetzt für eine Zicke halten könnte o.o … Naja, jetzt kommts! L.♂ kennt anscheinend I.♂, den die beiden haben sie fröhlich unterhalten!! Ich kam mir so bescheuert vor… Und dann war da noch so eine Sache… Ich und I.♂ sind schonmal zu den Musikräumen gegangen, nach zu Englisch zu gehen würde sie eh nicht mehr lohnen, den es hätte jeden Augenblick geklingelt… Als es dann geklingelt hat, waren wir schon bei den Musikräumen, und wie konnte es anders sein, die 7b hatte Musik ~.~ Naja ich dann halt die C.♀ gesehen und so, und die hatte mich nicht gesehn, erst nach weiteren Hallos, und C.♀ hat echt eine Zuneigung zur Übertreibung… Die so total ge”kreischt”, mit voll hoher Stimme, das es selbst mir wehtat, “Ach hi B.” gesagt… Wieder eine andere Sache… 2. Pause… Ich wollte I.♂ was wegen der Begabtenförderung fragen, hab das bester Freundin.1 und X.♀ erzählt und die haben mich zu dem förmlich geschleppt! Die den auch noch so dumm gesagt, “Die B. wollte dich was fragen” -.- Ich hatte natürlich kein Wort rausbekommen… Bestimmt ist es so angekommen, als wöllte ich den Fragen, ob er mit mir gehen will… Ein total shice Tag heute! Und besonders Peinlich, Peinlich, Peinlich!..

Gute Nacht, ♥
Lieb dich ♥
♥ =) B. =)

Popolochtag

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“Ich stehe am Kaffeeautomaten. Der Kaffee fließt, ich hasse diesen Tag. Ich blicke mich um. Plötzlich sehe ich dich wie du an mir vorbeilaufen wirst. Du hast mich nicht gesehen. Schnell schaue ich weg, eine weitere Enttäuschung ertrage ich nicht. Der Kaffee fließt noch immer, noch immer hasse ich diesen Tag. Arschlochtag. Arschlochleben. Arschlochkaffee.
Dann spüre ich, wie deine Hand meine Hüfte streicht. ‘Hey!’, strahlst du, gehst an mir vorbei, auf dem Weg deinem Chemielehrer zu lauschen. Es passierte so schnell, so unerwartet, dass ich gerade noch eine ‘Hi!” herausgestammelt bekomme. Schon bist du weg, der Kaffee fertig, genauso wie ich. Immer wieder zerstörtst du meine Pläne dich aus meinem Herzen zu verbannen. Immer wieder lass ich dich immer wieder rein. Ich hasse dieses Spiel, der Kaffee ist zu süß.

Aber anscheinend bedeute ich dir doch wieder etwas. Den ganzen Tag muss ich an diese Begegnung denken, kichern, wenn ich an deine Hand an meiner Hüfte denke. Ich liebe diesen Tag, obwohl ich ihn hassen sollte. Und das Ganze mal wieder nur wegen dir. Du kannst in mir so viel verändern – ich hasse es.”
- 07. November 2012 -

Und erneut begann es an diesem Tag von vorne.
Dabei wollte ich eigentlich mein Herz wieder für mich alleine haben.

Naivität

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Sie glaubte eine Person gefunden zu haben, der sie vertrauen kann. Schließlich war er ihr Freund – da vertraut man sich doch an, oder? Vielleicht war es kindlicher Leichtsinn, dass sie wirklich glaubte, sich anzuvertrauen wäre eine gute Idee. Nein, es war ganz sicher keine gute Idee.

Vor ein paar Monaten, vor ein paar Wochen und vor ein paar Tagen, noch in diesem Jahr, ging es ihr schlecht. Sie saß in der Waschküche und weinte. Ihre Schwester hat sie wieder angeschrien. Sie wieder nieder gemacht. Wieder erinnerte sie sich an die vielen, letzten und furchtbaren Monate. Der ständige Streit mit ihrer Schwester hatte sie kaputt gemacht. Hatte sie beide kaputt gemacht. Sie und ihre Schwester, sie liebten sich. Aber sie konnten auch nicht miteinander.

So saß sie in der Waschküche und weinte. Leise und heimlich, damit es niemand mitbekommt. Vor allem nicht ihre Schwester. Oder jemand anderes. Sie fühlte sich allein. So wie immer.
Und da kam ihr die unüberlegteste Idee, die sie jemals hätte haben können. Hey, dachte sie sich, ich habe doch jetzt einen Freund. Dem vertraut man doch Sachen und ähnliches an, oder? So ganz sicher war sie sich nicht. Aber aus unerklärlichen Gründen, die auf Naivität gebaut waren, schrieb sie ihm, wie es ihr geht. Sie erzählte ihm alles. Und alles war zu viel. Sie hätte es wissen sollen. Manche Sachen kann man manchen Menschen nicht anvertrauen. Und es war eine manche Sache, die sie da einem manchen Menschen anvertraute. Aber es war ja ihr Freund und sie verzweifelt und traurig. Er sagte, er liebe sie. Da kann man ihm doch soetwas anvertrauen.

Oh, dieses kleine Mädchen war so naiv.

Der Mensch, der sie liebte, ihr Freund, schrieb, dass sie ihren hübschen Kopf hochhalten soll und ihre hübschen Augen zukneifen soll und durchhalten soll. Das alles sei gar nicht so schlimm. Er streitet sich auch öfter mit seinem Bruder. Er hat deswegen mal seine Faust gegen eine Wand geschlagen. Sie hat ein wenig geblutet. Aber im Endeffekt war alles gar nicht so schlimm.
Sie steckte ihr Handy weg und die Narben, die sie sich einst wegen einem Streit mit ihrem Freund zufügte, juckten belustigt.

Wochen vergingen, sie machten Schluss. Danach war Ruhe, es schien friedlich zu sein. Doch dann brach der Tsunami des Hasses verspätet über die beiden hinein. Er schrieb ihr eine letzte SMS. Sie las diese SMS, anfangs belustigt, beim letzten Satz zusammengebrochen.

“Langsam kann Ich nachvollziehen, warum sich deine Schwester mal wegen dir umbringen wollte.”